Ländliches Leben – Leben in strukturschwachen Regionen

In den letzten Jahrzehnten haben ländliche Regionen einen gravierenden Funktionswandel erfahren. Als Produktionsstandorte für Landwirtschaft haben sie längst an Bedeutung verloren und sind daher gezwungen, neue wirtschaftliche Strukturen und Perspektiven zu entwickeln. Eine dringende Aufgabe, denn die Strukturschwäche von Landkreisen und Gemeinden zieht Landflucht und Überalterung nach sich, die wiederum ökonomische sowie soziale Probleme verursachen. So besteht etwa ein ständiger Anpassungsbedarf bei Infrastruktur und Grundversorgungseinrichtungen durch sinkende Einwohnerzahlen und die sich ändernde Altersstruktur.

Eine Entwicklung, die in ihrer Abwärtsspirale gestoppt werden kann und muss – zumal ländliche Gemeinden und Regionen durchaus Chancen als Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum haben. Positive Beispiele für einen gelungenen Strukturwandel mit integrierten Konzepten und klarer Positionierung belegen dies.

Auf Basis fundierter Analysen entwickelt ILI für Gemeinden und Regionen neue Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen auf dem Land außerhalb der urbanen Zentren. Dazu gehören Ideen und Konzepte, um junge Menschen in ländlichen Regionen zu halten und ihnen ein attraktives Leben und Arbeiten zu ermöglichen – auch und gerade im Zusammenleben mit Älteren. Wo leben Junge und Alte traditionell so integriert zusammen wie auf dem Land?! – Eine gute Tradition, die für alle Generationen von Vorteil und reizvoll sein kann. Dazu erarbeitet ILI in enger Kooperation mit seinen Auftraggebern neue Ansätze und Konzepte und begleitet bei deren Umsetzung.

Wohnen und Arbeiten

Um der Abwanderung entgegenzuwirken, gilt es die Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Bürger in ländlichen Gemeinden zu verbessern. Die Situation vieler Dörfer gleichen sich: Die Jungen ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt, wo sie Zugang zum digitalen Leben haben, wo sie attraktive Freizeitmöglichkeiten und gute Bildungsangebote finden – also in urbane Zentren. Zurück bleiben die Alten, die oft alleine, ohne ihre Kinder in Einfamilienhäusern leben, die in Größe und Ausstattung nicht auf ein Alleinleben im Alter ausgerichtet sind. Viele leerstehende Häuser mit alter Bausubstanz verstärken den Eindruck von Tristesse.

Ganzheitliche Konzepte sind gefragt. In enger Kooperation mit den Menschen vor Ort erarbeitet ILI Ideen und Konzepte, die eine wirtschaftlich tragfähige, sozial ausgewogene, ökologisch verträgliche und somit eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums ermöglichen. Es gilt sozialen Ausgleich zu schaffen, die kulturelle Identität zu stärken, typische Siedlungsstrukturen und Bauformen zu erhalten und weiterzuentwickeln sowie Möglichkeiten zur ortsnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen sowie Mobilität zu schaffen.

Bei der Entwicklung von Gemeinden und Regionen leistet ILI als Initiator, Fachinstanz und Moderator wichtige Unterstützung. Durch unseren interdisziplinären und ganzheitlichen Ansatz zeigen wir Entwicklungschancen und Zukunftsfähigkeit auf. Zugleich achten wir darauf, dass eine praktische Dorf- und Gemeindeentwicklung eingeleitet wird, die handlungsorientiert schnell greifbare Ergebnisse bringt. Kurzfristig umzusetzende Initialmaßnahmen sollten dabei Anstoß sein für eine langfristige, selbsttragende und nachhaltige Entwicklung.

Vor allem geht es um die Menschen in ländlichen Regionen, ihre Bedürfnisse und Wünsche. Neben der Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten ist die Zielsetzung, die Voraussetzungen zu schaffen zur Ansiedlung junger Menschen und Familien durch Förderung des Erwerbs von leerstehender Bausubstanz – sei es zur wirtschaftlichen Nutzung, zu gemeinschaftlichen Zwecken oder zur Wohnnutzung. Wo immer möglich entwickelt ILI neue und außergewöhnliche Konzepte, um junge Menschen mit einer Kombination von Wohnen und Arbeiten an ein ländliches Leben zu binden oder anzuziehen.

Außerdem entwickelt ILI neue Konzepte und Dienstleistungen für alleinstehende ältere Menschen in ländlichen Gemeinden. Damit diese so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können, müssen standardisierte Lösungen für einfache bauliche Veränderungen und Hilfsmittel sowie Dienstleistungsangebote entwickelt werden, die weitestgehende Unabhängigkeit auch im Falle von körperlicher Beeinträchtigung und Pflegedürftigkeit ermöglichen.

Standortqualität

Modernes Leben ist heute ohne Mobilität nicht möglich. Genau darunter leiden viele ländliche Regionen: schlechte Verkehrsanbindung, die nur durch individualisierte Automobilität kompensiert werden kann, fehlende Einkaufsmöglichkeiten, schlechte Internetanbindung. Das bedeutet für die Bürger eine erhebliche Einbuße an Lebensqualität und stellt ein allgemeines Hindernis für Arbeit und Wirtschaft dar. Die Alltagsmobilität und Verkehrsmittelverfügbarkeit ist jedoch mitentscheidend für Wohnort- und Berufswahl, für Lebens- und Familienplanung sowie Lebensstil.

ILI entwickelt Konzepte des ländlichen Lebens mit neuen Dienstleistungen zur Steigerung der Lebensqualität und sorgt für eine Verbesserung der ländlichen Infrastruktur. Seien es logistische Systeme der Privatwirtschaft für Kommunikationstechnologien wie Mobilfunk und Internet, seien es alternative flexible Netzwerkansätze für virtuelle Mobilität oder Lieferdienste und Schaffung von Möglichkeiten zur ortsnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen. Wir achten stets auf die Einbindung der Betroffenen und Interessengruppen, denn sie wissen am besten, worauf es ihnen ankommt.

Kommunikation und Mediation

Die Entwicklung eines Dorfes ist vor allem ein ideeller und langfristiger Prozess, der von Ideen und dem Engagement der Betroffenen lebt, der Eigeninitiative weckt und unterstützt. Deshalb geht es bei unseren Entwicklungskonzepten auch um die konsequente Einbeziehung, d. h. Sensibilisierung, Motivierung und moderierte Mitwirkung aller gesellschaftlicher Gruppen – ein Kriterium sozialer Nachhaltigkeit an sich.

ILI setzt dabei auf die Synergie von Experten Know-how, Moderation und Eigenengagement der Dorfgemeinschaften um so die nachhaltige Entwicklung einer Gemeinde zu ermöglichen und zu stabilisieren. Dies betrifft die allgemeine Zukunftsentwicklung, es gilt aber auch bei Konfliktfällen, durch die das Zusammenleben von Dorfgemeinschaften negativ beeinflusst wird: Bei veränderten Rahmenbedingungen nach der Eingemeindung von Dörfern, bei kontrovers diskutierten Gewerbeansiedlungen, bei Infrastrukturplanungen wie der Errichtung von Windrädern oder Strommasten oder bei finanziellen Umlagen für den Infrastrukturausbau und weiteren Themen. ILI unterstützt mit Kommunikationskonzepten und begleitet auf Wunsch die Moderations- und Mediationsprozesse.