Innovative WohnFormen

Mit der Globalisierung und den damit einhergehenden Identitätsproblemen sind besonders soziale Umbrüche verbunden. Althergebrachte Familienstrukturen mit Großfamilien von Großeltern, Eltern und Kindern sowie Kleinfamilien mit Alleinverdiener schwinden, Patchwork-Familien und Wahlverwandtschaften sowie das Single-Leben nehmen zu.

Sozial gravierender wirkt sich der demografische Wandel in Europa aus. Der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland wird 2030 auf 35,4 Prozent ansteigen.

All das zwingt zu neuen Lebensleitbildern – auch und gerade beim Wohnen. Die Suche nach neuen Werten ist eng verbunden mit der Suche nach neuen Wohnformen. Es entwickelt sich seit einigen Jahren eine Vielzahl neuer gemeinschaftsorientierter Wohnprojekte. Sie zeichnen sich durch hohen sozialen Anspruch und oft durch die Integration von Menschen unterschiedlichster Sozial- und Altersstrukturen aus, wie etwa bei Mehrgenerationenhäusern. Auch Senioren-, Familien- und Frauen-Wohnprojekte, milieuorientierte und ökologische Wohnformen sowie integrative Wohnprojekte von Menschen mit und ohne Behinderung sind Optionen, der drohenden Vereinsamung aktiv zu begegnen. Allen Wohnformen gemeinsam ist der Wunsch nach Selbstbestimmung und Partizipation, nach sozialen Beziehungen und der Gestaltung bedürfnisgerechten Lebens in der Gemeinschaft mit ausreichend Raum für Individualität.

Innovative Konzepte mit sozial angemessenen sowie zeitgemäßen gestalterischen und architektonischen Lösungen sind gefragt. Jedoch wird in weiten Kreisen der Architektur und Immobilienwirtschaft noch immer nur nach Euro pro Quadratmeter geplant und bewertet. Diese reine Wirtschaftlichkeit, diese Form der Ökonomie in Reinkultur ist Planungs- und Innovationsverhinderung schlechthin, da sie lediglich Standardformen hervorbringt, die weder diversifizierten Lebensstilen entsprechen noch Lebensqualität und Emotionalität schaffen.

Es stellt sich die Frage nach neuen Werten – kurz: nach dem LebensWert, der in der Regel eng verknüpft ist mit der Wohnqualität. Aber wie entsteht eigentlich ein „LebensWert“? ILI betrachtet diese fundamentale Frage aus interdisziplinärer Perspektive, so dass daraus innovative, ganzheitliche und nachhaltige Konzepte entstehen, die mehr hervorbringen als nur guten WohnRaum. Uns geht es um ein flexibles, intergenerationales, barrierefreies und ökologisches Wohnen und Leben ohne Verzicht auf gestalterische Qualität und Ästhetik unter Nutzung moderner Kommunikationstechnologien. Dies sollte für alle zugänglich und realisierbar sein, unabhängig vom sozialen Status, von Bildung und Einkommen. Es geht um nichts weniger als um die Demokratisierung eines modernen sozial-ökologischen Wohnens und Lebens inklusive guten Designs zu einem erschwinglichen Preis.

Bei innovativen Konzepten analysiert ILI auch globale Muster und Modelle anderer Kulturen und nutzt sie für eine passgenaue Adaption auf hiesige Wohn- und Lebensformen. Wir bewerten neue internationale Architektur- und Gestaltungskonzepte nach wohnungswissenschaftlicher und sozialer Relevanz, insbesondere hinsichtlich generationenübergreifender Aspekte, und konzipieren daraus neue Wohn- und Lebensformen für eine sich wandelnde, diversifizierte Gesellschaft.