Die neuen Werte

Das Tempo der Globalisierung hat zugenommen, die Geschwindigkeit mag variieren. Sicher ist, dass Globalisierung nicht zum Stillstand kommt: Industrien und Märkte entgrenzen sich, Finanzsysteme bekommen ein Eigenleben, neue Technologien beschleunigen die Kommunikation und die wirtschaftlichen, politischen sowie sozialen Systeme sind in fundamentalem Wandel. In allen Bereichen sind Umbruchphänomene erkennbar. Man spürt, dass sich etwas Grundsätzliches verschiebt, dass vieles langsam untergeht und Neues entsteht.

Aufgrund der globalen Entwicklung, begrenzter natürlicher Ressourcen sowie eines Ungleichgewichts von Ökologie, Ökonomie und Sozialem wird in allen Bereichen über das „wahre Was und Wie“ diskutiert. Alte wie bekannte Ordnungs- und Wertesysteme, die zum großen Teil Wachstum als Erfolgsfaktor der Märkte um jeden Preis propagiert haben, geraten zunehmend unter Druck. Diese werden infrage gestellt. Wir erleben einen Paradigmenwechsel, die Rahmenbedingungen unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung werden neu bestimmt.

Als Leitlinie bringt Nachhaltigkeit die Menschen dazu, die eigene Haltung und Einstellung zu überprüfen und wird in seiner Bedeutung zum Hauptkriterium für die Bestimmung der neuen Werte des 21. Jahrhunderts. Unsere Haltung über, hinter und zu den Dingen, die Frage wie wir zukünftig leben wollen, gewinnt durch sie an Bedeutung und kann eine „neue Ordnung der Dinge“ entstehen lassen.

In vielen Bereichen stoßen wir an die Grenze des „Immer schneller“ und „Immer weiter“, ein „Immer billiger“ und „Immer mehr“. Es ist an der Zeit, sich Zeit zu nehmen, innezuhalten, um das „nach vorne zu denkende“ nachzudenken. Nur daraus kann eine neue Haltung zu den Dingen und ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen entstehen.

Von Bedeutung ist dabei die Besinnung darauf, was wir tun und wie wir handeln- eine Besinnung auf neue LebensWerte und neue Lebensqualitäten. In den saturierten westlichen Gesellschaften – in denen Quantität längst Basisfaktor und Qualität zum Luxusfaktor geworden sind – erlangt der Wunsch nach „sozialem Glück“ und „emotionalem Reichtum“ einen neuen Stellenwert. Dieser ist für Konsumenten und Unternehmen im 21. Jahrhundert wichtigstes Prüfkriterium und Herausforderung zugleich.

Das ILI sieht seine Aufgabe darin, durch die Entwicklung und Gestaltung innovativer LebensFormen, WohnFormen und WirtschaftsFormen diesen Prozeß zu gestalten, zu begleiten, zu fördern und zu prägen.