Innovative Design-Lösungen durch Wertewandel

 

Die Gesellschaft und damit wir Menschen erleben gerade, dass unsere Wirtschafts-, Finanz- und Sozialsysteme vor großen Aufgaben und Umwälzungen stehen. Märkte und Kundenansprüche verändern sich mit nie gekannter Geschwindigkeit. Der stete Wandel wird zur Herausforderung, gleichzeitig aber auch zur Chance, sich für Neues zu öffnen! Wir erleben einen Paradigmenwechsel, die Suche nach neuen Werten!

Mit dieser Suche verbindet sich der Wunsch nach neuen Lebens- und Wohnformen und damit einhergehend auch nach neuen Wirtschaftsformen und Produkten. Maßstäbe müssen ebenfalls neu entwickelt werden. Auch die Qualitätskriterien ändern sich mit dem Werte- und Kulturwandel. Es stellt sich bereits heute verstärkt die Frage nach der Haltung hinter den Dingen.

Durch das Kippen der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialsysteme und schlussendlich auch durch die Schnelllebigkeit unserer neuen sozialen Medien wird der Wunsch nach sozialer Geborgenheit und materieller Sicherheit immer stärker. Das Schutzbedürfnis wird zum Zentrum, der Wandel der Einstellungen existenziell. Freiheit und Sicherheit erfahren eine geänderte Position, der neu gewonnene Freiheitsgewinn schlägt in einen Sicherheitsverlust um.

Seit 1982 werden von der „BAT-Stiftung für Zukunftsfragen“ regelmäßig repräsentative Grundlagenstudien zum Wertewandel durchgeführt. Die Werte „Ehrlichkeit“ und „Verlässlichkeit“ avancierten zu den wichtigsten Zielen. Vertrauen wird zur zentralen Währung der Zukunft, gilt als Antriebskraft des sozialen Lebens. Ehrlichkeit wird zum wichtigsten Erziehungsziel im Leben, gleichzeitig wächst das Potenzial an Gemeinsinn und Gemeinschaftsfähigkeit.

Aus dem Wertewandel wird so ein Kulturwandel. Anspruchshaltung wird ersetzt durch Eigenleistung und Gegenleistung. Die nachwachsende Generation strebt ein gewandeltes Wertekonzept an. Die demografische Entwicklung der nächsten 35 – 40 Jahre ist bereits eingetreten. In fünf Jahren werden 50 Prozent der Menschen in Deutschland älter als 50 Jahre sein. Allein in Nordrhein-Westfalen stieg die Anzahl der Single-Haushalte auf 3,35 Millionen an – das sind knapp 40 Prozent aller Privathaushalte, Tendenz weiter steigend. In den Ballungsräumen und Großstädten ist diese Zahl teilweise bereits bei über 50 Prozent angelangt.

Wie gehen wir als Gesellschaft mit dieser Situation um? Welche Folgen ergeben sich für die Wirtschaft? Wie sehen die neuen Bedürfnisse und Märkte aus?

Viele Fragen der Zukunft sind offen, doch eine Sache ist sicher. Wenn sich unsere Gesellschaft wandelt, bedarf es ebenfalls eines Wandels unserer Alltagsprodukte, unseres Designs und unserer Architektur. Nur so lassen sich die Bedürfnisse kommender Generationen langfristig und nachhaltig befriedigen.

 

Verfasser: Elmar Schüller, Initiator und Gründer des Innovative Living Institutes